Ralph Wischer in Australien

Unser Ozeanien Experte Ralph Wischer in Australien

Heute erfüllt sich ein Lebenstraum: Endlich starte ich ins Northern Territory von Australien! Nachdem ich insgesamt schon ein paar Monate auf dem 5. Kontinent verbracht habe, fehlt mir noch dieser wichtige Teil: Das tropische Top End um Darwin und das Rote Zentrum mitten im Outback.

Ankunft in Darwin

Nach einem Nonstop-Flug von München nach Singapur, nehme ich die direkte Verbindung nach Darwin. Schneller kann man gar nicht nach Australien kommen! Die Einreise ist sehr entspannt, Darwin ist ein kleiner Flughafen. Und die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum ist auch kein Marathon, in 20 Minuten bin ich im Hotel an der Waterfront. An den Straßen wachsen überall duftende Frangipani-Bäumchen, ein schöner Empfang.

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Hop On Hop Off Bus gemächlich durch die City. Aufregung gibt es hier nicht, alles geht einen Gang langsamer als zuhause. Sehr gut gefällt mir das moderne „Museum and Art Gallery of the Northern Territory“ mit seinen Aboriginal Artefakten, originalen Booten aus dem gesamten Pazifikraum, Ausstellungen über die lokale Tierwelt und das einfache Leben der frühen Pioniere. Hier erfahre ich, dass im Jahr 1974 ganz Darwin von Zyklon „Tracy“ dem Erdboden gleich gemacht und viele Menschen traumatisiert wurden. Es haben ganze 3 Häuser in Darwin diesen Sturm standgehalten und diese können heute besichtigt werden. Inzwischen ist Darwin eine moderne Stadt, in der es sich sehr gut leben lässt.

Out in the bush: Wildman Wilderness Lodge

Mit einem Geländewagen geht es in die Wildnis, die wenige Kilometer hinter Darwin beginnt. Wir passieren die Gleise des legendären Zug „The Ghan“, der in 2 Tagen ganz Australien von Darwin im Norden nach Adelaide im Süden durchquert. An der Straße zur Lodge gibt es einige Bootstouren auf dem Mary River zu den „Jumping Crododiles“. An der Wildman Wilderness Lodge angekommen, empfangen uns Dutzende von neugierigen Wallabies. Hier sind wir definitiv im wilden Outback.

Am Abend nimmt uns Wayd mit seinem Toyota Bus mit ins Bushland und erklärt, was die indigenen Stämme hier am Leben erhält. Ich lerne, dass die Aborigines gerne an lebenden grünen Ameisen lecken wegen dem leicht säuerlichen Bizzeln auf der Zunge. Das probiere ich selbst aus und es erinnert mich tatsächlich an Saure Pommes. Den Sundowner nehmen wir bei Sonnenuntergang über den Wetlands inmitten der ursprünglichen Landschaft zwischen unzähligen exotischen Vögeln. Das Haute Cuisine Abendessen später in der Lodge ist ein exquisiter Genuss, den ich in dieser Wildnis niemals erwartet hätte.

Wildmann Wilderness Lodge, Australien Reisebericht
Rundflug im Kakadu Nationalpark über Jim Jim und Twin Falls

In Jabiru am Airstrip starte ich heute meinen einstündigen Rundflug über das Arnhem Land Plateau zu den bekannten Wasserfällen Jim Jim und Twin Falls. Über Kopfhörer bekomme ich alle Infos von Band und vom Piloten direkt auf meine Ohren und die Aussicht aus dem 6-Sitzer ist einfach atemberaubend! Die beste Zeit für den Besuch des Nationalparks, der zum Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO zählt, ist von Juni bis Oktober. Es gibt rund 2000 Pflanzenarten, Krokodile und die Felsmalereien der Aborigines aus prähistorischer Zeit zu entdecken. Ein Eldorado für Naturliebhaber und Wanderer. Im Kakadu Cocodile Hotel gibt es Frühlingsrollen mit Krokodilfleisch und geräuchertes Känguru für die Unerschrockenen zum Probieren.

Sounds of Silence Dinner mit Besuch des Field of Lights am Uluru

Am Abend erlebe ich den Sonnenuntergang mit Blick auf den magischen Monolithen Uluru bei Sekt und Canapes auf einem Hügel zusammen mit Besuchern aus der ganzen Welt. Uns vereint die Vorfreude auf ein Abendessen unter den Sternen mitten in der Wüste. Und tatsächlich ist die Wüste mit ihrer unendlichen Stille in der Nacht ein besonderer Ort, der von Millionen von Sternen beschienen wird. Man sieht deutlich die Milchstraße und während des Star Talks zeigt uns ein Sternenkundler mit seinem Laserpointer das Kreuz des Südens und alle sichtbaren Sternzeichen.

Plötzlich fühle ich mich sehr klein. Aber das macht nichts, gutes Essen und Trinken und die fröhlichen Tischgespräche mit den gutgelaunten Australiern lenken mich sehr schnell ab. Jetzt steht das letzte Highlight des Abends an: Ein Besuch des berühmten Field of Lights des Künstlers Bruce Munro. Ich bestaune ungläubig die überwältigende Lichtinstallation aus Tausenden von Leuchten, die im Dunkel der Wüste beständig ein schimmerndes Lichtfeld mit sich ändernden Farben erzeugt. Fantastisch!

Im Kangaroo Sanctuary von Alice Springs

Brolga ist ein Fernsehstar. Bekannt ist er aus einer BBC Produktion als Kangaroo Dundee. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, mutterlose Kängurubabys aufzuziehen und wieder in die Wildnis zu entlassen. Er sagt, das kann jeder. Aber keiner tut das so konsequent wie er, schließlich hat er sein eigenes Känguru-Hospital.

Ralph mit Baby-Känguru, Australien Reisebericht
Kangaroo Sanctuary, Australien Reisebericht

Die traurige Realität ist, dass in Australien viele Kängurus überfahren werden. Meist halten die Fahrer nicht einmal an. Aber was sie nicht wissen ist, dass die Babys im Beutel der Mutter den Unfall oft überleben! Und diese Babys kann man retten und im Garten aufziehen, jedenfalls wenn man Australier ist und einen solchen hat. Das ist gar nicht schwer und es ist Brolgas (sein richtiger Name ist übrigens Chris Barns) Mission diese Information zu verbreiten. Allerdings gibt es immer wieder Kängurus, die nicht frei sein wollen und lieber bei ihm bleiben. Deshalb hat er ein ganzes Feld abgezäunt und führt Besucher am Abend zur Fütterung durch das Gelände. Ich kann hier also den Tieren ganz nahe kommen, sie streicheln, füttern und sogar ein Kängurubaby im Arm halten. Ganz einfach ein wunderschönes Erlebnis.

Die deutsche Mission in Hermannsburg

Man stelle sich das einmal vor: Im Jahre 1877 kommen Missionare, die im deutschen Hermannsburg ausgebildet wurden, ins karge und trockene Niemandsland der australischen Wüste bei Alice Springs und errichten eine Mission, um die dortigen Aborigines zu bilden und missionieren. Nach harten Jahren und vielen Rückschlägen wurde dort letztendlich tatsächliche eine Gemeinde etabliert.

Die deutschen Missionare sind heute dort sehr angesehen, denn sie trachteten nicht danach die Ureinwohner zu vertreiben, sondern versuchten es mit Erziehung und Integration. Während an anderen Orten die indigenen Kindern zur Umerziehung in Heime gesteckt wurden (Stichwort Lost Generation), haben die Missionare die gesuchten Kinder versteckt und kein einziges wurde seinen Eltern entrissen. Man kann in Hermannsburg die historischen Gebäude besuchen und sogar deutschen Apfelstrudel essen. Hier freut man sich über jeden Besucher, denn der Ort liegt immer noch recht abgelegen. Er ist heute die Heimat von 700 Menschen, zum größten Teil Aborigines.

Guide in Hermannsburg, Australien Reisebericht
Durch den ältesten Fluss der Erde: Finke River Gorge per All Terrain Vehicle
Ausflug zum Finke River Gorge, Australien Reisebericht

Die Vorfreude ist groß. Heute werde ich mit einem All Terrain Vehicle durch trockene Flusstäler in die Finke River Gorge vordringen. Unser Guide Brendan, der früher Bürgermeister von Hermannsburg war und deutsche Vorfahren hat, erklärt uns, dass der Finke River geologisch der älteste Fluss der Erde ist. Die Stille und Abgeschiedenheit der Landschaft zieht mich sofort in ihren Bann. Wenn hier Regen fällt, schwillt der Fluss innerhalb weniger Stunden an und reißt alles mit sich fort. Gut, dass heute die Sonne scheint und alles trocken ist. Der Fahrtwind tut gut und das Fahrzeug meistert jedes Gelände. Ob Steine, Schotter oder Sand, wir fahren darüber hinweg.

Die Landschaft mit den roten Felsen, dem weißem Sand, den Eukalyptusbäumen und den Palmen ist magisch schön und am Ende des Flussbetts treffen wir auf Konrad. Er stammt ebenfalls aus der deutschen Mission Hermannsburg und ist der Älteste und damit Ranghöchste der örtlichen Aborigines. Er trägt heute das Footy-Trikot (die australische Variante des Football) seiner Lieblingsmannschaft. Gerne würde er uns stundenlange Traumgeschichten erzählen und die Wirkstoffe der Pflanzen erklären, aber nach einem Rundgang um sein Häuschen sind wir doch recht schnell platt von der Sonne und suchen wieder den Schatten auf. Die Fahrt geht nach einer kleinen Stärkung nun wieder zurück nach Hermannsburg. Ich darf sogar selbst fahren, ein Riesen-Spaß!

Sie haben Lust auf Australien bekommen? Kontaktieren Sie unseren Australien-Experten Ralph Wischer unter +49 (0) 89 12 70 91 – 106 oder per Mail an info(at)asienteam.de und wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot.

 

Video zur Australien Reise von Ralph Wischer

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